
Die Lieferung von russischem Öl nach Europa ist gesichert. Russland und das Transitland Ukraine hätten sich auf höhere Durchleitungsgebühren geeinigt, erklärte am Dienstag ein Sprecher des ukrainischen Unternehmens Naftogaz. Die Übereinkunft sei am Montagabend unterzeichnet worden.
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Die Ukraine bekommt nach Angaben des Naftogaz-Sprechers im kommenden Jahr 30 Prozent mehr von Russland für die Durchleitung des Öls. Die Menge bleibe stabil bei 15 Millionen Tonnen pro Jahr. Die Ukraine habe im Gegenzug auf eine Klausel verzichtet, wonach Russland unabhängig von der tatsächlich durchgeleiteten Menge Öl den Preis für die ursprünglich vereinbarte Menge hätte zahlen müssen.
Vertragsgemäß wird Transneft mindestens 15 Millionen Tonnen Öl jährlich in die ukrainische Pipeline "Druschba" richten, präzisierte der Offizielle Transneft-Sprecher Igor Djomin. Der Transit durch das ukrainische Territorium werde dabei je 6,6 Euro pro Tonne und 100 Kilometer in Richtung Slowakei und Ungarn, 6,5 Euro in Richtung der Hafenstadt Juschny und 3,9 Euro in Richtung Brody betragen.
Der Transittarif sei um 23 Prozent gestiegen. Der Transitumfang durch Juschny in Richtung der Leitung "Odessa-Brody" belaufe sich auf 1,5 Millionen Tonnen pro Vierteljahr, so der Sprecher.
Der Vertrag über die Öllieferungen in die Ukraine sehe die Versorgung von zwei Verarbeitungsbetrieben im Westen des Landes mit je 1,5 Millionen Tonnen Urals-Öl jährlich vor, berichtete Djomin weiter. "Für den Ankauf dieses Öls muss die Ukraine allerdings zusätzliche Verträge mit den Ölgesellschaften schließen", fügte er an.
Die Ukraine hatte am Montag Nachbesserungen an dem bestehenden Vertrag mit Russland aus dem Jahr 2004 gefordert. Er lief zum 31. Dezember aus. Russland warnte daraufhin vor einem Lieferstopp, der die Slowakei, Tschechien und Ungarn betreffen könnte.
Im Winter 2008/2009 hatte Russland
nach einem Streit über offene Rechnungen und die Höhe des Gaspreises die Lieferungen an die Ukraine eingestellt. Da eine wichtige Pipeline durch das Land verläuft, hatte der Gasstreit auch Folgen für Europa: In Südosteuropa waren einige Staaten vollkommen von der Gasversorgung abgeschnitten, da die Ukraine eine Weiterleitung des russischen Gases illegal unterbrach. Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union beziehen rund 40 Prozent ihres importierten Gases aus Russland, rund 80 Prozent davon werden über die Ukraine geliefert.
[ russland.RU ]
russland.TV über den Gasstreit 2008/2009
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