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13-03-2006 Russland und Iran
Iran fordert Überarbeitung der russischen Initiative zur Urananreicherung
Der russische Vorschlag, ein gemeinsames Unternehmen zur Urananreicherung in Russland zu gründen, bedarf unter Berücksichtigung der veränderten Lage im Zusammenhang mit dem iranischen Atom-Dossier einer Korrektur. Diese Forderung hat der Sprecher des Obersten Rates für Nationale Sicherheit Irans, Hossein Entesami, in einem Interview für die iranische Nachrichtenagentur IRNA erhoben.

Er sagte, "Teheran hat wiederholt erklärt, dass es jedes Projekt begrüßen wird, wenn es geeignet ist, die iranischen Probleme auf dem Gebiet der Atomwirtschaft zu lösen". "Iran hält nur die Verhandlungen für sinnvoll, in denen die Interessen aller Verhandlungsparteien berücksichtigt werden", stellte der Sprecher fest.

Diplomatie und Verhandlungen seien Prioritäten der iranischen Politik, doch die weitere Teilnahme Irans an Gesprächen hänge von der Politik der anderen Staaten in Bezug auf das Atom-Dossier ab.

Entesami dementierte Erklärungen westlicher Politiker, die behauptet hatten, Iran würde den Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen aufkündigen wollen. "Die Islamische Republik Iran ist dem internationalen Vertrag treu", so der Sprecher.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat unterdessen seine Enttäuschung über das Verhalten Teherans bei den Verhandlungen zum Ausdruck gebracht. "Wir sind außerordentlich enttäuscht, wie Teheran die Verhandlungen führt", sagte der Minister. "Iran hilft absolut nicht denen, die nach friedlichen Methoden der Lösung des Problems suchen." Sergej Lawrow enthielt sich jedoch eines Kommentars zur Absage Irans an der Schaffung eines gemeinsamen Unternehmens zur Urananreicherung in Russland. "Ich kann das nicht kommentieren, denn aus Teheran sind widersprüchliche Signale zu vernehmen. Einmal sagen sie ab, dann wiederum sagen sie nicht ab", stellte der Außenminister fest.

Er unterstrich abermals, dass der russische Vorschlag für ein Gemeinschaftsunternehmen "nie davon abhing, ob er von Iran angenommen wird oder nicht".

Der Vorschlag ist "im Kontext der multilateralen Aktivitäten bei der Suche nach einem friedlichen Ausweg unterbreitet" worden, so der russische Minister. (RIA)