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01-07-2003 Metro Moskau
Die „geheime Moskauer Metro 2“
von Juri Saizew
Bereits vor der Einweihung 1935 gab es verbotene Zonen in der Moskauer Metro. Im Projekt für die zweite Metrolinie war zwischen den Stationen "Majakowskaja" und "Teatralnaja" (damals "Swerdlow-Platz") unter dem Sowjetskaja-Platz die Station "Sowjetskaja" vorgesehen.


Während der Bauarbeiten wurde diese Station auf persönliche Anordnung Stalins hin zu einem unterirdischen Kommandostab der Moskauer Zivilverteidigung umfunktioniert. Auf halber Strecke der so für das Stadtzentrum ungerechtfertigt langen Entfernung zwischen zwei Stationen wurde erst am 15. Juli 1979 mit dem Bau der Station "Gorkowskaja"-"Twerskaja" ein zusätzlicher Halt eingerichtet. Das nächste Projekt vor und auch nach dem Krieg war die Modernisierung der Linie "Arbatskaja-Pokrowskaja" zu einer Verbindung zwischen dem Kreml und den beiden Stalin-Bunkern. Stalin plante vor dem Krieg nicht nur einer möglichen Olympiade wegen, das weltweit größte Stadion zu bauen. Auf die Idee eines "Stadions der UdSSR" (oder auch "Stadions der Völker") brachten ihn die propagandistischen Massenaufmärsche, die von den Nazis in Deutschland für das Volk abgehalten wurden und die der Führer so gern hatte. Unter dem zukünftigen Stadion (ein Teilstück wurde letztendlich wirklich gebaut) wurde ein Bunker für Stalin eingerichtet: mit einem kleinen Saal für Auftritte und einem Tunnel hoch zu den Tribünen. Es wurden zwei Autotunnel gebaut, einer zum Kreml (wobei die Tore zum Tunnel dirket unter den Spasski-Toren der Kremlmauer liegen), einer in die Gegend um die Metrostation "Sokolniki". Von der Metrostation "Ismailowski Park" gibt es einen Übergang zu dem Bunker. Der mittlere Schienenweg der Station war nicht nur des großen Passagieraufkommens wegen eingebaut worden, er sollte auch als Sondertrasse für Stalin dienen, wenn der zu Veranstaltungen fuhr. Beachtenswert sind die aufwändigen Lampen, die die mittlere Spur beleuchten. Auf den anderen Spuren gibt es nichts dergleichen. Ein ähnlicher Bunker für Stalin wurde unter dessen Datscha in Kuntsewo gebaut (auch dorthin führt ein Autotunnel vom Empfangsgebäude des Verteidigungsministeriums in der Mjasnitzkaja-Str. 37 über den Kreml). Diesen Tunnel kennen nur Experten des Ministeriums für Katastrophenschutz. direkt über ihm liegt das regionale Hauptquartier dieser Behörde.

Stalins Misstrauen ist bekannt genug, von den ersten Kriegstagen an war er unschlüssig, ob er in der Hauptstadt bleiben oder zusammen mit der Regierung nach Kuibyschew (dem heutigen Samara) fahren sollte. Als die Bombenangriffe auf Moskau begannen, befahl er, in Kuntsewo in 15 Metern Tiefe einen Schutzbunker zu bauen. Um die Sicherheit des Führers vollständig zu gewährleisten, wurden zur Abdeckung Bleischienen verwendet. Den Worten von Oberst Sergej Tscherepanow vom Ministerium für Katastrophenschutz zufolge hält dieser Bunker auch heute noch einem Volltreffer mit einer Fliegerbombe statt. Den Eingang zum bildet eine gewöhnliche Tür mit Zahlenschloss, wie sie auch in vielen Wohnblocks zu finden ist. Eine blitzsaubere Treppe mit Geländer führt unter die Erde. Man hat das Gefühl, als würde man in den Keller eines gewöhnlichen Wohnhauses gehen. Stalin benutzte die Treppe aber nicht. Extra für ihn wurde ein Fahrstuhl mit Parkettboden eingebaut, die Wände wurden mit Holz verkleidet. Der Fahrstuhl verband Stalins Datscha mit dem Schutzbunker. Um zufällige Treffen Stalins mit dem Bedienungspersonal zu verhindern, gab es mehrere Korridore. Im Korridor für Techniker, Küchenhilfen und anderes Personal waren die Wände weiß gekachelt. Stalin dagegen lief einen mit Marmor verkleideten Korridor entlang über Parkettböden zum Fahrstuhl. In seinem Bunker hielt Josef Stalin auch Sitzungen des Verteidigungsrates ab. Dafür hatte man einen großzügigen Raum, das "Generalskabinett" eingerichtet. Dessen Wände waren aus Eiche und karelischer Birke. In der Mitte stand ein ovaler Eichentisch, an den Wänden Tische führ die diensthabenden Offiziere und die Stenografistinnen. Nach dem Krieg blieben in dem Bunker auch achtarmige Leuchter erhalten. Und nur die rechteckigen Neonröhren in der Anlage verraten, dass draußen nicht mehr das Jahr 1942 geschrieben wird. Ein kleiner Korridor verband diesen Raum für Lagesprechungen mit dem Schlafzimmer des Führers. Das Schlafzimmer ist so klein, dass dort nur ein Bett und ein Nachttisch Platz fanden.

Wegen dieses Bunkers war am 5. April 1953 das merkwürdige tiefgelegene Metroteilstück zwischen "Ploschschad Rewolutsii" und "Kiewskaja" in Betrieb genommen worden. Stalin hatte Angst davor, dass noch einmal eine Fliegerbombe die Metrotunnel treffen könnte, wie das auf dem Streckenabschnitt zwischen "Smolenskaja" und "Arbatskaja" passiert war. Das Teilstück war in Rekordzeit nach weniger als zwei Jahren fertiggestellt worden, obwohl die Trasse durch äußerst ungünstigen Grund führte. Zuerst musste dabei das Problem der Kopplung von Tunneln zweier verschiedener Linien gelöst werden, der bestehenden und der neuen. Dafür wurde ein Tunnel mit erweitertem Durchmesser gebohrt, der auch die bestehende Linie einbeschloss. Hinter der "Kiewskaja" wurde dieser Tunnel bis zum Sieges-Park weitergeführt. Nach dem Plan von 1992 sollte die Metrolinie nach Kuntsewo und Krylatskoje vollständig unterirdisch verlaufen. Geplant war die Trasse direkt an Stalins Datscha vorbei. Als die neue "Express-Linie" gebaut wurde, nutzte man diesen Tunnel. Das erklärt den eigenwilligen Streckenverlauf.

Von einem Evakuationstunnel, der weit hinter die Moskauer Stadtgrenzen lief, hörte ich zum allerersten Mal zwischen 1981 und 1982 von meinem Onkel, einem Elektronik-Fachmann, der damals in einer Einheit arbeitete, die mit militärischen Rechnersystemen zu tun hatte. Diese Informationen machten einen schweren Eindruck auf mich und wurden ein Grund für meine Liebe zum Moskauer Untergrund.

Die ersten ernsthaften Informationen über diese Metrotunnel erschienen 1992 in einer Ausgabe von "Argumenty i Fakty". Da schrieb eine Frau, ihre Bekannte hätte als Putzfrau für das KGB gearbeitet und man habe sie mit besonderen Metrozügen zu Sonderobjekten gefahren. "Argumenty i Fakty" gab damals zur Antwort, dass dieses System in einem Jahrbuch des amerikanischen Verteidigungsministeriums über die Streitkräfte der Sowjetunion aus dem Jahr 1991 beschrieben sei. Das Jahrbuch hatte eine vereinfachte Karte mit dem Linienschema von 1991 gedruckt.


Die bibliografischen Angaben des Jahrbuches
TITLE: Military forces in transition.

PUBLISHED: 1991- Washington, D.C.:
Dept. of Defence: For sale.
by the Supt. of Docs.,
U.S. G.P.O., 1991-v., ill.
(some col.); 28 cm. map 1991-

FREQUENCY: Annual
ISSN: 1062-6557
SUPT OF DOCS #: D 1.74:
OTHER SYSTEM #: (OCoLC) 25013229
CARD NUMBER: sn91-23807

Die Durchführung dieses Projekts wurde selbst nach Maßstäben der Stagnationszeit zu einer äußerst teueren Angelegenheit. Wer vor der Station "Twerskaja" aufmerksam auf die Trasse schaut, kann dort noch Reste der "Sowjetskaja" entdecken.

Im Jahr 1992 wurde das Thema von anderen Medien aufgegriffen. Mit leichter Hand schrieb die Zeitschrift "Ogonjok" von dem System als der Metro-2. Die Boulevard-Presse mühte sich nach Kräften, allerlei Märchen und Blödsinn zu verbreiten, weswegen heute eine Mehrheit der Moskauer überhaupt daran zweifelt, dass es dieses System gibt. Es gibt noch eine Reihe von Artikeln, die ich selbst nicht gelesen habe: "Im Zweiten Kreis", veröffentlicht in "Moskowskije Nowosti" am 2. August 1992 und ein Artikel in der "Komsomolskaja Prawda" an einem Samstag im Herbst 1992 auf der dritten Seite. Das Thema wurde auch in einer Samstagssendung des Kanals "Zentr" aufgegriffen. 1993 und später dann verschwand die Metro-2 fast völlig aus der Presse, offenbar muss dort jemand sehr ernsten Druck ausgeübt haben.

Und so sieht sie aus, die Metro-2:

Linie 1

Sie wurde 1967 in Betrieb genommen (ein Teil vermutlich schon vorher). Länge: 27 km. Es gibt die folgenden Stationen:

* Kreml
* Lenin-Bibliothek (zur Evakuierung aller Leser aus der Bibliothek in die unterirdische Stadt in Ramenki für den Fall eines Atomalarms. Eventuell sind Kreml und Bibliothek auch eine einzige Station)
* Das gelbe Haus mit Turm am Smolenskaja-Platz von Architekt Sholtowski (das ist ein besonderes Haus, von ihm gibt es Zugänge zur Filjowskaja-Linie und zur Metro-2. Wegen der Fahrstühle in diesem Haus hinunter zur Metro-2 halten sich Legenden darüber, dass es solche Stationen unter praktisch allen Wohnhäusern der Nomenklatura gibt)
* Die frühere Residenz des ersten und letzten Präsidenten der Sowjetunion auf den Leninbergen
* Die unterirdische Stadt in Ramenki (mit einer Aufnahmekapazität von maximal 15000 bis 20000 Menschen und einem Verbindungstunnel zum Hauptgebäude der MGU (Der Eingang liegt am Kontrollpunkt vor Sektor B)).
* Die Akademie des FSB und das Institut für Kryptografie, Fernmeldewesen und Informatik des Russischen FSB (ein riesiges Ziegelgebäude am Eingang zum Olympischen Dorf. Durch einen Spalt der selten geöffneten Tore zu dem Gebäude kann man einen weit nach unten gehenden langen Korridor sehen, der zu beiden Seiten mit Leuchtern bestückt ist.)
* Die Akademie des Generalstabs
* Ein Notausgang irgendwo in Solntsewo
* Regierungsflughafen Wnukowo-2

In dem Buch "Die Moskauer Metro" von 1954 wird der Bau der fünften Erweiterungsphase beschrieben. Wenn mit dem "Schscherbakowskaja"-Abschnitt (heute "Rishskaja") alles klar ist, so wirft die Verlängerung der Strecke hinter der "Frunsenskaja" Rätsel auf. In dem Plan ist die nicht realisierte Variante mit einem Tunnel unter dem Moskau-Fluss eingezeichnet. Die Länge der Strecke betrug 6,5 Kilometer. Die Station "Frunsenskaja" befindet sich auf dem Plan dort, wo sie auch in Wirklichkeit gebaut wurde. Die Station "Usatschowskaja" wurde entweder zur "Sportiwnaja" oder aber sie sollte irgendwo dichter am Stadtzentrum liegen. Die Station "Lushnikowskaja" sollte sich am Haupteingang zum Lushniki-Stadion befinden. Oberirdische Eingänge zur Station "Leninskije Gory" waren auf dem Hang der Sperlingsberge und von der Worobjowskoje Chaussee (ul. Kossygina). Die Station "Universitet" war direkt vor dem Hauptgebäude der MGU geplant.

1957 und 1959 wurde alles dann ganz anders gebaut.

Es gibt eine kaum zu glaubende Geschichte darüber, wie zum Weltjugendfestival 1957 die Linie von "Park Kultury" bis "Universitet" gebaut wurde. Ganbz im Geiste von Chruschtschows Ideologie, alles möglichst billig zu machen, hätten die Planer damals beschlossen, einen Teil der Trasse durch die damals schon fertigen Tunnel der ersten Linie Metro-2 zu ziehen. Es gab ja da einen fertigen Tunnel unter dem Moskau-Fluss hindurch, deswegen schien es unnötig, Zeit und Geld für eine neue Überquerung des Gewässers zu verschwenden. Aber im allerletzten Moment hätten damals "kompetente Stellen" ein entschiedenes Nein gesagt. Und da musste man Hals über Kopf das Projekt ändern, die Trassenführung verlegen und die Metro-Brücke mit der Station "Leninskije Gory" bauen. Als Erinnerung an diesen "Vorfall" hätten wir danach heute den charakteristischen Bogen dieser Metro-Linie im Gebiet der Station "Sportiwnaja" und die lange Zeit auseinanderfallende Brücke, die in völliger Hetze unter Verstößen gegen die Bautechnologien errichtet worden war.


bei russland.RU
Streckenplan der “geheimen Metro 2”
Offen gesagt habe ich dieser Geschichte keinen besonderen Glauben geschenkt, aber einige Dinge zwangen mich, darüber nachzudenken, ob nicht doch ein Körnchen Wahrheit in all dem liegt.

Die Station "Universitet" sollte ursprünglich neben dem Hauptgebäude der MGU gebaut werden. Aber die erste Linie der Metro-2 verlief ja schon direkt unter dem Hauptgebäude, im genau zu sein, durch das dritte Untergeschoss, das "Stockwerk Minus Drei", dort wo es Kühlaggregate für den flüssigen Stickstoff gibt, der den Grund abkühlt. Der Eingang zu diesem System geht durch den Passierpunkt im Sektor B des Hauptgebäudes. Im ersten Untergeschoss fast genau unter diesem Passierpunkt gibt es übrigens eine Tür mit Zahlencode und Videoüberwachung.

Nach Angaben des DIA (Defence Intelligence Agency) gibt es eine Metro-2-Station unter der Residenz des ersten und letzten Präsidenten der UdSSR Gorbatschow auf den Leninbergen, genau an dem Ort, an dem eigentlich die Station "Leninskije Gory" geplant war.

Es wird wohl so gewesen sein, dass es ursprünglich Projekte für tiefliegende Stationen der regulären Metro gab. Danach befahl Chruschtschow, beim Bau radikal zu sparen. Zu der Zeit wurde dann auch diese Wunder-Brücke mit mehr Salz als Beton im Fundament gebaut. Und die Kurve mit dem Anstieg hinter der "Sportiwnaja" entstand. Später dann, als man in den Sechziger Jahren den Bunker in Kuntsewo und die erste Linie der Metro-2 gebaut wurde, grub man die alten Pläne wieder aus. Wozu die gleiche Arbeit noch einmal machen? Und so wurde dann ohne Hast nach den alten Projekten ein Tunnel gebaut, dieses Mal freilich ein einspuriger.

Wenn man von der "Sportiwnaja" zur "Universitet" fährt, dann sieht man auf der linken Seite in Fahrtrichtung zuerst eine Weiche, die beide Schienen verbindet und dann eine Abzweigung. Das ist offiziell eine Sackgasse zum Wenden, aber die Gleise laufen weiter, unter der eigentlichen Metrotrasse hindurch und dann unter den Fluss und macht einen scharfen Bogen. Das Kontaktgleis in diesem Tunnel reißt ab. Der Tunnel selbst führt zu verschlossenen Stahltoren. Das ist das einzige Tor von der gewöhnlichen Metro zur Metro-2.

Als man 1812 plante, eine Kathedrale zu Ehren des Sieges über Napoleon zu bauen, gab es mehrere Projekte, eines von ihm sah den Bau auf den Sperlingsbergen vor. Mit dem Bau wurde aber nie begonnen, denn an dieser Stelle ist der Boden sehr schwach, der nicht in der Lage wäre, ein großes Gebäude zu tragen. Aber woran die Baumeister des Zaren scheiterten, das schafften die Architekten Stalins. Als man das Hauptgebäude der Universität baute, wurde eine gewaltige Baugrube ausgehoben, und zur Stabilisierung des Bodens verwandte man flüssigen Stickstoff und Kühlaggregate in der Tiefe, die man das dritte Untergeschoss oder "Stockwerk Minus 3" nennt. Diese Zone erhielt den Status einer supergeheimen, den im Fall einer Sabotageaktion und dem Ausfall der Kühlaggregate würde das Gebäude nach einer Woche in den Fluss abrutschen. Das dritte Untergeschoss wurde von der 15. Abteilung des KGB verwaltet. Gerade dieses Geschoss der MGU ist mit der unterirdischen Stadt in Ramenki und der Station der Metro-2 verbunden.

Im Park von Troparewo hinter der Akademie des Generalstabes kann man Ventilationsschächte der Metro sehen. Die Akademie selbst ist ein Komplex aus einem zentralen Gebäude und einem Seitentrakt. Wenn man es von der Straße her betrachtet, dann hat es fünf Geschosse, in Wirklichkeit sind es wesentlich mehr. Ein Fahrstuhl führt zu mehreren unterirdischen. Unten gibt es eine Menge sehr gut bewachter Orte, zu denen praktisch niemand Zugang hat. Aus verschiedenen Quellen konnte man in Erfahrung bringen, dass sich hier der Eingang zur Metro-2 befindet.

Als es den Wernadski-Prospekt noch nicht gab, war die Gegend um das heutige "Saljut" eine grandiose Landschaft: mit kleinen Schluchten, Teichen und einem Fluss. In den Jahren zwischen 1968 und 1970 wurde alles restlos mit einer riesigen Menge Boden zugeschüttet, der vermutlich vom Bau der ersten Linie und der unterirdischen Stadt in Ramenki herstammt.

Wenn man von der "Jugo-Sapadnaja" eine Linie nach Otschakowo zieht und 500 Meter abmisst, kommt man zu einem Ort, an dem es so etwas wie eine kleine Betonfabrik mit einem Förderband gab. Jeden Morgen fuhr dort eine Unmenge Leute ein. All das dauerte bis 1979 an. Die Hauptbasis für den Bau der ersten Linie ist diese Betonfabrik südlich der MGU. Dorthin werden die Materialien gebarcht, von dort wird die Erde abgeholt.

Es gibt Hinweise, dass die erste Linie in den Jahren 1986 und 1987 verlängert wurde. Im Moskauer Gebiet es zwei interessante Orte. Zum einen die Militärsiedlung Wlasicha (auch Odinzowo-10 genannt). Dort war zwischen 1958 und 1964 der Kommandokomplex der Raketentruppen mit einem viergeschossigen Bunker und einer Residenz für den Kommandeur eingerichtet worden. 1986 und 1987 baute man einen neuen, zwölfgeschossigen Bunker in zwei Kilometer Entfernung. Unten wurden ohne Zweifel Gleise gesehen. Es gibt auch noch die Ortschaft Golizyno-2, Zentralverwaltung der Weltraumtruppen. Der Eingang zu deren Bunkern liegt in unscheinbaren Gebäuden, die wie Wohnhäuser aussehen. Es gibt in dieser Stadt auch einen kleinen Platz mit Denkmal. Dort ist alles angesiedelt. Personen, die dort arbeiten, sind sich sicher, dass gerade dort eine Verbindung nach Wnukowo-2 existiert.

In Odinzowo selbst begann man 1987, für die Arbeiter der Metro-2 ein Wohnviertel mit dem Namen "Nowyje Doma" zu bauen. Dort gibt es auch eine Station.

Linie 2
Sie wurde Anfang 1987 abgeschlossen. Länge: 60 Kilometer (das wäre Weltrekord für U-Bahn-Tunnel). Sie beginnt am Kreml, verläuft parallel zur Warschawskoje Chaussee nach Süden, über Widnoje zum Regierungspansionat "Bor" (dort befindet sich ein Ausweichkommandopunkt des Generalstabs).

Auf der Linie gibt es eine nicht genutzte, konservierte Station, zu der der rätselhafte Übergang von der "Tretjakowskaja"-Station der "Kalininskaja"-Linie hinführt.

Wahrscheinlich sollte diese Liniebiszum neuen Bunker in Woronowo verlängert werden (der sich irgendwo 74 Kilometer südlich des Kreml befindet). Es gibt unüberprüfte Gerüchte, dass die Linie bis hinter Tschechow führt. Datschenbesitzer aus Alatschkowo erzählen von einer örtlichen Militärsiedlung mit einem Gebäude, das 30 Etagen tief unter die Erde reicht. Leute aus Krjukowo bei Tschechow wachen manchmal nachts auf, weil hören, wie unter ihnen ein Zug fährt. Datschenbesitzer in Widnoje erzählen, anfang der 80er Jahre hätte es bei ihnen Grabungen gegeben. Dabei sei sehr tief gebohrt worden. Man erinnert sich an tiefe Gruben, die Wände seien mit Holz oder einem anderen Material verkleidet gewesen und die Gruben hätten zusammen eine Linie ergeben.

Die Hauptbasis für die Bauarbeiten liegt irgendwo in Tsaritsyno.

Linie 3
Fertiggestellt Anfang 1987. Länge: 25 Kilometer.Sie beginnt am Kreml, verläuft weiter zur Lubjanka (womöglich gibt es einen Ausgang am Bolschoi Theater, denn durch den Springbrunnen am Teatralnaja-Platz kann man in einen Tunnel der Metro-2 gelangen), zum Stab der Moskauer Luftabwehr in der ulitsa Mjasnitskaja 33 (das Gebäude befindet sich neben dem Empfangsgebäude des Verteidigungsministeriums in der Mjasnitskaja 37, das wiederum durch einen Autotunnel mit Stalins Datscha in Kuntsewo verbunden ist. Während des Krieges waren in der Station „Kirowskaja“ Abteilungen des Generalstabes und der Luftabwehr untergebracht. Züge hielten nicht an dieser Station, der Bahnsteig war durch eine hohe Sperrholz-Wand von den Gleisen abgeschirmt. Nach dem Krieg wurden noch lange Zeit die Spuren dieser Aktion beseitigt. Unter der Station und dem Gebäude an der Mjasnitskaja 33 wurde ein neuer Bunker für den Stab der Luftabwehrtruppen gebaut), weiter verläuft die Linie zum Zentralen Kommando-Punkt der Luftabwehr (wo auch der Generalstab von Luftwaffe und Luftabwehr untergebracht sind), in der Siedlung Sarja des Bezirks Balaschicha, wo sich eine Militärsiedlung für 20000 Menschen befindet.

Die Linie verläuft parallel zur Chaussee der Enthusiasten und durch den Ismailowski-Park. Wahrscheinlich gibt es eine Station neben der offiziellen Metro-Station „Krasnyje Worota“ (das steht nicht völlig fest, aber einen riesigen Bunker aus der Stalinzeit gibt es dort mit Sicherheit. Über eine Luke gelangt man vom Bunker zur Station „Krasnyje Worota“.

Die Leute, die im Bunker in der Siedlung Sarja arbeiten, werden „Maulwürfe“ oder auch „Bergarbeiter“ genannt. Jeden Tag gehen sie in ein unscheinbares Ziegelgebäude in fahren auf Express-Fahrstühlen in 122 Meter Tiefe. Dort findet durch einen Posten mit Maschinengewehren eine letzte Ausweiskontrolle statt und hinter massiven Eisentüren, die sich bei jeder Gefahr sofort automatisch schließen, wird der Weg frei für eines der geheimsten Objekte Russlands. Die unterirdische Stadt, der Zentrale Kommandopunkt der Luftabwehr ist das Allerheiligste unserer Verteidigungskraft. Dorthin gelangen nicht einmal hochrangige Beamte oder wichtige Staatsgäste. Für jeden Besuch ist die persönliche Genehmigung des Verteidigungsministers erforderlich.

Unseren Militärs wurde bereits im Jar 1958 befohlen, sich in die erde einzugraben. Alle Hauptstäbe und Zentralen Kontrollpunkte wurden ins Moskauer Umland verlegt. Der Kalte Krieg hätte sich jeden Moment zu einem heißen atomaren verwandeln können und bereits ein erster Bombenangriff hätte die Armee ohne Kopf zurücklassen können. Um das zu verhindern, wurde beschlossen, alles Wertvolle einzugraben und danach schon von Bunkern aus die Armee zu leiten: bereits 1961 feierten die ersten „Maulwürfe“ Richtfest. Dank gebührt hierfür dem Sowjet-Marschall Pawel Batitskij und den Metrobauern, eben sie hatte man damit beauftragt, diese wichtige Aufgabe zu erfüllen. In der Bunker-Stadt war alles vorgesehen, um ein Ende der Welt zu überleben: eigene Energieversorgung, Feuerbekämpfung, Kläranlagen, Luftreinhaltegeräte und Lebensmittelvorräte. Es heißt, dort gebe es sogar Orte, an denen man mit großem Komfort auf weißer Bettwäsche ausschlafen könne. Das Transport-Problem in diesem Komplex, der für 1100 Personen ausgelegt ist, wurde auch gelöst. Dem Personal stehen vier Fahrstühle zur Verfügung, zwei für Personen und zwei für Lasten.

Linie 4
Angaben über diese Linie bestehen fast ausschließlich aus Spekulationen. Im russischen Haushalt für 1997 war eine Summe für ihren Bau vorgesehen worden. Diese Tatsache löste einen Skandal und Untersuchungen im US-Kongress aus, denn der Bau sollte aus amerikanischen Krediten finanziert werden. Man wird um Gebiet der Metro „Smolenskaja“ oder der Ulitsa Kossygina als Abzweigung von der ersten Linie beginnen, danach soll es unter dem Sieges-Park entlang gehen, wobei die Infrastruktur gemeinsam mit der Linie der gewöhnlichen Metro genutzt wird. Weiter geht es zum neuen Bunker GO A-50 an der Rubljowskoje Chaussee 48 neben dem Wohnhaus Jelzins am Osenij Boulevard und zum Sanatoriums- und Bunkerkomplex in Barwicha.

Das ganze System der Metro-2 befand sich früher unter Kontrolle der 15. Abteilung des KGB (die „Unterirdischen“). Diese Abteilung wurde später dem FSB unterstellt. Mit der Verwaltung der Kreml-Liegenschaften, die von Pawel Borodin geleitet wird, hat die Metro-2 nichts zu tun. Früher und auch heute wird sie von Leuten gebaut, die aus dem gewöhnlichen Metrobau abgeworben werden. Diese Personen leben, wie bereits erwähnt, in Odinzowo.

Das System ist wenig bekannt, denn es handelt sich nicht um eine Regierungsmetro, es werden zu Friedenszeiten keine hohen Staatsbeamte damit befördert, nicht einmal der Präsident. Die Hauptaufgabe liegt in der ständigen Bereitschaft zur Evakuierung. Außerdem werden Transporte von Material und Bedienungspersonal ausgeführt.

Das ganze System ist eingleisig (es macht keinen Sinn, zweigleisig zu bauen, denn im Fall eines Atomalarms oder ähnlich schrecklicher Katastrophen wird der ganze Verkehrsbetrieb nur in einer Richtung verlaufen). Im Unterschied zu den gewöhnlichen Metro-Linien fehlen Ventilationsschächte ganz. Der Bau wurde ohne Zwischenschächte ausgeführt (so wie beim Tunnel unter dem Kanal). Kontaktgleise werden auf den weiteren Strecken nicht benutzt, sondern lediglich auf den zentralen. Einer der Züge auf der dritten Linie besteht aus 4 Waggons, an beiden Enden je eine Akkumulatoren-E-Lok vom Typ „L“, dazwischen zwei Salonwagen mit Gardinen vom Typ „Jezh6“, die auf der Basis der Serie „Jezh3“ mit den neuen Bauteilen vom Typ 81-714 konstruiert wurden. Der Zug durchlief Anfang der 90er Jahre eine planmäßige Überholung im Metro-Depot Ismailowo.

Es gibt andere Informationen über die Waggons der Metro-2 von einer gut informierten Quelle aus der Verwaltung der Moskauer Metro. Alle Waggons sind danach zwischen 1986 und 1987 in Mytischtschi zu dem Zeitpunkt fertiggestellt worden, als die zweite und dritte Linie der Metro-2 fertiggestellt wurde.

Für den Transport von Materialien wurden angehängte Plattformwagen vom Typ „UP-2“ oder „MK 2/15“ benutzt.

Die Stationssäle erinnern an gewöhnliche 3-gewölbige tiefliegende Stationen. Ausnahmen sollen dabei die Stationen unter der Lenin-Bibliothek, dem Kreml und in Ramenki darstellen. [  Mit freundlicher Genehmigung der Seite www.metro.ru / russland.RU – die Internet - Zeitung ]