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Flattr this 14-10-2005 Kämpfe in Naltschik
Russland: Immer noch zwei Gebäude in Naltschik von bewaffneten Kommandos besetzt
Am Tag nach der blutigen Angriffsserie in der russischen Kaukasusrepublik Kabardino-Balkarien dauert das Drama in der Hauptstadt Naltschik an. Eine Gruppe von mutmaßlichen tschetschenischen Rebellen hielt sich auch am Freitag in zwei Gebäuden verschanzt.

Russischen Behördenangaben zufolge hatten einige der bewaffneten Kämpfer Geiseln in ihrer Gewalt. Die genaue Zahl der bei den Gefechten von Rebellen und Sicherheitskräften getöteten Menschen war weiter unklar. Das russische Innenministerium gab die Zahl der Toten mit mindestens 61 an; ein von der Nachrichtenagentur Interfax zitierter Polizeivertreter sprach von 19 Toten. 17 Aufständische wurden nach Behördenangaben festgenommen.

Sicherheitskräfte umstellten im Zentrum von Naltschik eine Polizeistation und ein Souvenirgeschäft, in denen sich zwei kleine Gruppen von insgesamt acht Rebellen verschanzten, wie die Nachrichtenagentur Itar-Tass unter Berufung auf den russischen Innenminister Raschid Nurgaliew berichtete.
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"Wir haben ihnen Zeit gegeben, ihre Waffen abzugeben, aber es ist klar, dass wir nicht ewig warten werden", sagte Nurgaliew. Über die Zahl der Geiseln gab es weiter keine Angaben. Nach Angaben des russischen Innenministers wurden rund 1500 Soldaten und 500 Angehörige von Spezialkräften nach Naltschik entsandt.

Mehr als 150 bewaffnete Kämpfer hatten am Donnerstag Gebäude von Polizei, Regierung, Geheimdienst und ein Waffengeschäft in der Stadt angegriffen. Ein Angriff auf den Flughafen wurde den Angaben zufolge abgewehrt. Nach den Attacken wurde die gesamte Stadt abgeriegelt, Russlands Präsident Wladimir Putin erteilte den Schießbefehl.

Nach Angaben des Innenministeriums von Kabardino-Balkarien wurden bei den Gefechten mindestens 61 Rebellen getötet. Der Präsident der Kaukasusrepublik sprach von von 50 getöteten Rebellen, zudem seien zwölf Zivilisten ums Leben gekommen. Bis zu 150 Menschen wurden nach Krankenhausangaben verletzt. Zu den Angriffen hatten sich tschetschenische Rebellen im Internet bekannt.

Die Ereignisse in Naltschik lösten international gemischte Reaktionen aus. Der Generalsekretär des Europarates, Terry Davis, drückte der Russischen Föderation seine Solidarität aus und sagte die Unterstützung des Europarats bei der "Bekämpfung des Terrorismus" zu. Menschenrechtler in Moskau kritisierten hingegen die Regierung Putin: Die tragischen Ereignisse in Naltschik hätten gezeigt, dass Behauptungen des Präsidenten über einen angebliche erfolgreiche Bekämpfung der Rebellen in der Region "Lügen" seien. Der Duma-Abgeordnete Andrej Saweljew sagte der Tageszeitung "Die Welt" (Freitagsausgabe), die Regierung Putin begehe im Nordkaukasus "keine Fehler, sondern Verbrechen - Verbrechen gegenüber der Zivilbevölkerung."

Die Angriffe sind die jüngsten einer Serie von Bluttaten in den russischen Kaukasusrepubliken, die in der Nähe von Tschetschenien liegen. Bei einem ähnlichen koordinierten Angriff waren im Juni 2004 in Inguschetien 88 Menschen ums Leben gekommen. In Nordossetien nahm ein 32-köpfiges Kommando im September 2004 in einer Grundschule in Beslan Geiseln. Bei der blutigen Beendigung des Dramas starben 331 Menschen.

Russland führte zwei Kriege gegen Tschetschenien. Die Regierung in Moskau hat den Konflikt für beendet erklärt und spricht von einer Stabilisierung der Lage. Die Rebellen wollen nach eigenen Angaben ihre Angriffe fortsetzen, bis die russischen Truppen aus Tschetschenien abgezogen sind.
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