Ostsee-Gaspipeline erreicht in Deutschland das Festland
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Die im Bau befindliche Ostsee-Gaspipeline hat in Deutschland das Festland erreicht. Das Ende des ersten Rohrstrangs sei am Samstag bei Lubmin an der mecklenburg-vorpommerschen Küste an Land gezogen worden, teilte das Betreiberkonsortium am Montag mit. Sobald dieser sicher verankert worden sei, beginne ein Arbeitsschiff vor der Küste mit der Verlegung in Richtung offenes Meer.
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Die 1220 Kilometer lange Pipeline endet bei Lubmin. Sie soll Erdgas unter der Ostsee hindurch von Russland nach Westeuropa transportieren. Der Bau der Leitung hatte an anderer Stelle bereits Ende April begonnen. Mehrere Schiffe arbeiten gleichzeitig an der Trasse.
Auf dem Verlegeschiff „Castoro Dieci“ (C10), das rund einen Kilometer vor dem Anlandepunkt ankert, werden seit dem 28. Juni die jeweils rund zwölf Meter langen Rohre zum ersten Pipelinestrang zusammengeschweißt. Die so pro Stunde um bis zu 24 Meter wachsende Pipeline wird mit Hilfe einer an Land montierten Hochleistungszugwinde an Land gezogen. Die Winde verfügt über ein Eigengewicht von 100 Tonnen und arbeitet bei diesem Projekt mit ihrer maximalen Zugkraft von rund 500 Tonnen. Diese ist auch notwendig, um den inzwischen rund 1.000 Meter langen und rund 2.000 Tonnen schweren Pipelinestrang an Land zu ziehen. Bis rund 120 Meter landeinwärts geschieht das im Spundwandgraben schwimmend. Danach wird der Rohrstrang über dem Boden auf großen Rollen lagernd bis zur vorgesehenen Endposition, etwa 250 Meter hinter der Strandlinie, gezogen.
Sobald der Pipelinestrang die korrekte Position an Land erreicht hat, werden die Schwimmkörper entfernt. Anschließend beginnt die C10 mit der Verlegung in Richtung Norden, indem sie sich nun um je eine Rohrlänge langsam vom Anlandepunkt entfernt. Nach rund fünf Kilometern wird der erste Pipelinestrang abgelegt und das Verlegeschiff kehrt zum Ausgangspunkt zurück. Dort wird es erneut verankert und beginnt mit der Produktion des zweiten Stranges der Nord Stream-Pipeline. Die Anlandung des zweiten Pipelinestranges ist für Mitte Juli geplant.
Von der Nord Stream-Pipeline wird das Erdgas ab Herbst 2011 in die derzeit im Bau befindliche Übernahmestation fließen. Dort wird es zunächst gereinigt und auf die richtige Temperatur vorgewärmt. Anschließend werden die Qualität, die Menge und der Druck des Erdgases gemessen. Um es dann durch die 470 Kilometer lange Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung (OPAL) in Richtung Süden durch Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen bis an die tschechische Grenze nahe Olbernhau im Erzgebirge zu transportieren,
wird es nach der Hälfte der Gesamtstrecke südlich von Berlin erneut auf bis zu 100 bar verdichtet.
Derzeit wird der Bau der Gebäude und des Kesselhauses für die Erdgasübernahmestation vorbereitet. Die Grundsteinlegung fand bereits im Februar dieses Jahres statt. Ab November 2010 beginnt der Bau der Anlagen des Hochdruckbereichs in der Station, der den Transport der künftig jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus der Nord Stream-Pipeline garantieren wird.
An der OPAL wird bereits seit September 2009 gebaut: Zwischen Lubmin und dem Erzgebirge wird in allen Bauabschnitten auf Hochtouren gearbeitet. Der derzeitige Baufortschritt beträgt rund 2.500 Meter pro Tag. „Damit sind wir sehr zufrieden und liegen gut im Zeitplan“, so Hans-Georg Egelkamp, Projektleiter der OPAL bei der WINGAS. Mit einem Durchmesser von 1,40 Meter ist die OPAL die größte in Europa verlegte Erdgasleitung. Die Pipeline wird von WINGAS im Auftrag der OPAL NEL TRANSPORT GmbH und der E.ON Ruhrgas AG gebaut.
Von der 470 Kilometer langen Pipeline sind bereits 260 Kilometer verschweißt, diesen Sommer wird über die Hälfte der Leitung bereits in den Erdboden verlegt sein. Derzeit sind schon 160 Kilometer Leitung verlegt.
Neben der OPAL ist der Bau der Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL) geplant, die vom Anlandepunkt der Nord Stream-Pipeline an Schwerin und Hamburg vorbei bis zum Erdgasspeicher Rehden in Niedersachsen führen und die Nord Stream, ebenso wie die OPAL, mit dem europäischen Fernleitungsnetz verbinden soll.
Mehrheitseigner im Ostsee-Pipeline-Betreiberkonsortium Nord Stream ist der russische Gasriese Gazprom mit 51 Prozent. Weitere Anteile halten die deutschen Firmen Eon Ruhrgas und die BASF-Tochter Wintershall, der französische Energiekonzern GDF Suez und das niederländische Unternehmen Gasunie.
Die Pipeline besteht aus zwei Leitungen mit einer Transportkapazität von insgesamt 55 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr. Sie verläuft von Wyborg nahe St. Petersburg bis nach Lubmin. Die erste Röhre soll 2011 fertiggestellt sein, die zweite 2012. Das Projekt gilt als ein europäisches Schlüsselprojekt im Bereich der Energieversorgung. Mit dem Gas aus der Pipeline lassen sich laut Nord Stream 26 Millionen Haushalte versorgen.
[ russland.RU ]
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