Opernpremiere in St. Petersburg nach Bombendrohung verschoben
Wegen einer Bombendrohung ist die erste
Aufführung der Oper "Die Jüdin" nach 70 Jahren in St. Petersburg verschoben
worden. Unbekannte Anrufer hätten damit gedroht, das historische
Michailowski-Theater in der Innenstadt in die Luft zu sprengen, sagte ein
Polizeisprecher am Donnerstag.
Werbung
Sprengstoffexperten und Spürhunde hätten das
Gelände abgesucht. Ob eine Bombe gefunden wurde, sagte er nicht. Die örtliche
Agentur Aschur meldete, der Anrufer habe sich als Mitglied der
Nationalistischen Partei ausgegeben und das Opernhaus mit antisemitischen
Äußerungen verunglimpft.
Die Oper "Die Jüdin" des französischen Komponisten Jacques Fromental Halévy
war vor 70 Jahren unter dem sowjetischen Diktator Joseph Stalin verboten
worden. Im Rahmen eines russisch-französischen Kulturaustausches sollte sie am
Donnerstag erstmals wieder aufgeführt werden. Die Oper erzählt die Romanze
zwischen einer Jüdin und einem Christen und gilt als Appell an die religiöse
Toleranz. Die Aufführung sollte nach Angaben des Theaters am Freitag
nachgeholt werden.
[afp/russland.RU]