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Medien & Netzwelt

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Flattr this 04-03-2010 Medien & Netzwelt
Kaspersky Lab: Abwehrkräfte für Apple mobilisieren / Cybercrime entdeckt Design


Schutzsoftware für den Apple Mac

Auf der einen Seite die virengeplagten Windows-Nutzer, auf der anderen die sorgenfreien Mac-Anwender - so sah die Computerwelt lange Jahre aus. Nach wie vor bleibt Apple von groß angelegten Crimeware-Attacken verschont, doch die zunehmende Beliebtheit der Plattform könnte das bald ändern.



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Im Februar 2006 hatte die Unschuld ein Ende: Die meisten Analysten sind sich einig, dass damals der erste "richtige" Wurm für die Apple-Plattform in den einschlägigen Foren auftauchte. Der Leap-A-Wurm verbreitete sich durch das Chat-Programm iChat und tarnte sich als Bilderserie, die - wenn geöffnet - andere Programme über eine Sicherheitslücke infizieren konnte. Leap-A läutete eine neue Ära für die Design-Ikone ein. Fortan mussten auch Apple-Nutzer damit rechnen, Opfer eines Cybercrime-Angriffs zu werden. Bis dahin hatten nur Windows-Anwender mit den Tücken von Malware zu kämpfen.

Vorhang auf, Spot an

Die Aufmerksamkeit von Cyberkriminellen ist im Hinblick auf das verwendete Betriebssystem ungleich verteilt. Während Windows alle Anstrengungen auf sich zieht, wird Apple (und Linux) sehr stiefmütterlich behandelt. Experten schätzen die Zahl der Schadprogramme für den Mac auf etwas über 200 Stück. Für die Neugierigen: Eine Liste mit Beschreibung ist hier zu finden:
http://www.architektenwerk.de/mac_os_viren.html. Crimeware für Microsoft- Programme hingegen zählt mehrere Millionen Exemplare, täglich kommen Tausende dazu.

Gründe für das drastische Missverhältnis gibt es reichlich, die beiden wichtigsten sind Technik und Ökonomie. Apple gibt seinen Computern zahlreiche technische Schutzvorkehrungen von Haus aus mit auf den Weg. Eine "Sandboxing" genannte Technik schließt unbekannte Programme in einen streng getrennten Bereich ein. Die Programme können auf keine Dateien außerhalb der Sandbox zugreifen und keine anderen Programme und Prozesse starten. Weitere Sicherheitsfunktionen sind "Library Randomization" mit der verhindert wird, dass Schadprogramme wichtige Systembibliotheken finden und "Execute Disable", eine Technik, die den Arbeitsspeicher des Mac schützt. Dazu kommen noch automatische Updates, ein Anti-Phishing-Filter im Browser Safari, eingebaute Verschlüsselung und Assistenten für sichere Passwörter.

Der zweite Grund ist eine schlichte Kosten-/Nutzen-Rechnung. Auch Cyberkriminelle können rechnen: Sie konzentrieren sich natürlich auf den Computer, bei denen eine programmierte Schadsoftware die meisten Infektionen hervorrufen kann. Weil der bei Weitem größte Anteil aller Computer weltweit mit irgendeiner Form von Microsoft Windows arbeitet ist klar, dass sich die Anstrengungen hierauf konzentrieren. Zumindest bis heute.

Opfer des eigenen Erfolgs

Nachdem sich das Apple-Klientel in den vergangen Jahren strikt aus der Ecke "junger Kreativer" rekrutiert hatte, gewinnt die Plattform nun Freunde in allen Schichten. Das hat viel mit dem gesteigerten Bekanntheitsgrad durch iPhone und iPod zu tun, denn die Generation, die mit den Lifestyle-Produkten aufwächst, steht auch den Computern von Apple aufgeschlossen gegenüber. Die ersten Auswirkungen sind bereits spürbar. Nach Zahlen von w3counter.com hatte das Mac-Betriebssystem im August 2009 einen Marktanteil von etwas mehr als sieben Prozent. Der überlegene Benutzerkomfort von Apples Computern - eine Studie von Forrester (1) sieht den Mac mit 80 Prozent Zufriedenheit deutlich in Führung - führt zu einer höheren Verbreitung, trotz der meist etwas höheren Preise. Die Analysten von Forrester ermittelten in einer anderen Studie (2) eine Zunahme der Verbreitung von Apple-Computern bei Firmenkunden von 1,1 auf 4,5 Prozent - und das in nur 18 Monaten.

Virenanalysten gehen davon aus, dass die kritische Grenze für die Rentabilität bei etwa zehn Prozent liegt. Erreicht ein Computersystem diesen Anteil am Markt, werden die kriminellen Aktivitäten deutlich lohnender und nehmen stark zu. Den Trend dazu kann man schon seit Anfang 2009 erkennen. Da zeigte der Trojaner Mac.IServices, der infizierte PCs ins Bot-Netz iBotnet eingliederte, sein hässliches Haupt. Er wurde über eine infizierte Raubkopie von iWork 09, einer Bürosoftware von Apple, verteilt. Nach Analystenangaben waren bis zu 20.000 Anwender betroffen, die sich das Kuckucksei mittels Bittorrent-Download auf den Computer gezogen hatten. Kurz darauf ging es in ähnlicher Weise mit einer Raubkopie von Photoshop CS4 weiter, auch hier war ein Familienmitglied aus der Reihe Trojan.iServices in das Programmpaket eingebaut.

Ende des Frühlings ging es mit der Mac.DnsChange-Familie weiter, die sich über Links zu bösartigen Videospots verbreitete. Als prominenter Verteilerkanal wurde auch der Micro-Blogging-Dienst Twitter eingespannt. Was die Angreifer mit dem Trojaner bezweckten, war nicht ganz klar; das interessanteste daran war die Fähigkeit, weitere Softwaremodule aus dem Internet nachzuladen, die so flexibel für beliebige Aufgaben angepasst werden konnten. Das ist auch ein Merkmal aktueller Crimeware für Windows, die in erster Linie zum (illegalen) Geldverdienen geschrieben und verteilt wird. Die Motivation von Angreifern in der Mac-Welt ist also dieselbe, wie bei Windows - schnöder Mammon, unbelastet von moralischen, ethischen und gesetzlichen Regelungen.

Panikmache oder Grundschutz

Trotzdem: Im Vergleich zur Windows-Welt sind solche Ausbreitungswellen Kleinkram. Reichen ein paar Hundert Schadprogramme, um eine Anti- Crimeware-Lösung auf dem Mac zu rechtfertigen? Apple ist definitiv dieser Meinung und änderte seine Sicherheitsempfehlung vor einer Weile dahingehend ab. Nun heißt es, kein Computer ist zu 100 Prozent vor Angriffen gefeit, trotz eingebauter Sicherheitsmaßnahmen. Darum sollte man mit Anti-Virus-Software für eine weitere Barriere gegen Cybercrime sorgen.

Auch Kaspersky Lab ist davon überzeugt, dass eine Sicherheitssoftware selbst bei - per Default - gut geschützten Objekten, sinnvoll ist. Kaspersky Anti-Virus für Mac ist eine Ergänzung zu den Schutzmaßnahmen des Betriebssystems. Der Funktionsumfang ist gegenüber den PC-Versionen eingeschränkt - die Bedrohungslage ist nun einmal deutlich geringer als bei Windows. So werden Instant-Messaging und Web-Sessions nicht während ihrer Laufzeit untersucht. E-Mails und Anhänge scannt die Software, sobald sie in der Eingangsbox des Mailprogramms landen. Nicht dabei sind auch Funktionen wie eine Firewall, Anti-Spam und Kindersicherungen. All das integriert Mac OS X bereits optimal innerhalb des Betriebssystems und Anwender sollen ihr System nicht mit überflüssiger Software belasten.

Das Schutzpaket ist ganz klar als Ergänzung gedacht, auch dann, wenn man auf einem Mac zwei Betriebssysteme benutzt. Durch aktuelle Virtualisierungsprogramme lässt sich ein Windows XP oder Vista innerhalb von Mac OS X installieren und gleichzeitig benutzen. Durch Verfahren wie "Seamless Mode" ist nicht einmal ein Unterschied zu merken, wenn ein Windows-Programm auf dem Apple Desktop läuft. Aber gerade dann ist es wichtig, beide System vor Schadsoftware zu schützen.

Es gibt bereits aktuelle Crimeware, die innerhalb eines Dokuments - zum Beispiel Adobe PDF - aktiv ist, durch Tests herausfindet, welches Betriebssystem auf dem Opfer-PC läuft und dann das passende Modul zur Infektion aus dem Internet nachlädt. Kaspersky Anti-Virus für Mac überwacht auch die Virtualisierungssoftware und schlägt bei einer Infektion Alarm. Selbst wenn nur ein Betriebssystem - Mac OS X - zum Einsatz kommt, kann Crimeware die für Windows gedacht ist, Schaden anrichten. Nämlich dann, wenn man eine Mail mit dem Schadcode versehentlich an einen Kollegen oder Bekannten weiter leitet, der ein Microsoft-Betriebssystem auf seinem Computer installiert hat.

Unsichtbar und unaufdringlich


Ein PC ist ein reines Werkzeug, ein Mittel, um die tägliche Arbeit zu erledigen. Mac-Benutzer haben in der Regel ein viel persönlicheres Verhältnis zu ihrem Computer - sie sind an seinem Wohlergehen interessiert. Eine Schutzsoftware muss in das Konzept des "friendly Computer" passen, auch wenn deren Aufgaben eher mit martialischen Begriffen wie Abwehr, Entdeckung und Eliminierung beschrieben werden. Wichtig ist eine Benutzeroberfläche, die nicht nur aus einer Kopie der Windows-Variante mit bunteren Farben besteht. Sie muss intuitiv und in die Mac OS X-Elemente integriert sein.

Kaspersky Anti-Virus für Mac ist auf Systemen ab MacOS 10.4 lauffähig. Tester bescheinigen der Software eine einfache und intuitive Oberfläche, die perfekt zum Apple Look-and-Feel passt. Ebenfalls positiv wurde die Möglichkeit bewertet, die Suchleistung gegenüber der Systemleistung abzuwägen. Auch wenn die Software weniger als ein Prozent der CPU in Anspruch nimmt, kann es in auf älteren Systemen von Vorteil sein, Ressourcen von der Schutzsoftware abzuziehen. Apple-Nutzer würden auch ein verlangsamtes System als unzulässigen Eingriff in ihren Computer werten.

Updates nimmt die Software auf Wunsch automatisch oder per Mausklick vor, im Normalfall hat der Benutzer nichts damit zu tun. Das Programm hält sich immer im Hintergrund, mit einer Ausnahme: wenn es einen Schädling findet. Dann zieht Kaspersky Anti-Virus für Mac alle Register, um den Anwender zu warnen und verhindert zuverlässig, dass die Crimeware Schaden anrichten kann.

Sichere Passwörter nutzen

Nicht triviale und schwer zu erratende Passwörter sind einer der wichtigsten Bausteine der Computersicherheit. Der Passwortassistent von Mac OS X hilft dabei, ausreichend sichere Passwörter für den jeweiligen Einsatzfall zu finden.

Gastzugänge abschalten

Der Mac ist ein freundliches Wesen und erlaubte schon immer den einfachen Zugang für Gäste. Bei Leopard, der aktuellsten Version des Betriebssystems, geht das soweit, dass Benutzer ohne Passwort mit dem System arbeiten können. Ihre Dateien im Heimatverzeichnis werden gelöscht, wenn sie sich wieder ausloggen. Allerdings gibt es im Dateisystem Stellen, die möglicherweise nicht gelöscht werden. Zudem hat der Gast Zugriff auf die Programme des Computers. Wenn Gastzugänge wirklich notwendig sind, sollte man deren Möglichkeiten mittels der Parental Control beschränken.

Unbenutzte Netzwerkschnittstellen abschalten

Theoretisch kann jede Netzwerkschnittstelle - Ethernet, WLAN, Firewire, Bluetooth - für einen Angriff genutzt werden. Drahtlose Technologien sind besonders gefährdet. Deaktivieren Sie ungenutzte Schnittstellen nach Möglichkeit.

Verschlüsselung verwenden

Mac OS X bietet eine ganze Reihe von Möglichkeiten um Daten durch Verschlüsselung zu schützen. FileVault ist ein gutes Beispiel dafür: Es verschlüsselt das komplette Heimatverzeichnis, wenn der Rechner ausgeschaltet ist. Schalten Sie diese Funktionen ein, wann immer es geht.

Firewall aktivieren


Mit Leopard hat Apple die Technik hinter der Firewall geändert und deren Benutzung vereinfacht. Nutzen Sie die Firewall, um Angriffe über das Netzwerk von Außen zu blockieren.

Daten sicher löschen

Das Verschieben in den Papierkorb vernichtet Daten nicht, es löscht nur deren Eintrag im Inhaltsverzeichnis. Spezielle Tools können die Informationen wieder herstellen. Erst mit dem Kommando "Papierkorb Sicher Löschen", direkt unter dem Standardbefehl "Papierkorb leeren", werden die Dateien überschrieben. Noch sicher erledigen Shredder-Tools diese Aufgabe.

Bonjour abschalten

Mit Bonjour geht alles einfacher - zumindest was die Verbindung des Computers mit Peripheriegeräten betrifft. Durch das Bonjour-Protokoll ist kaum Konfiguration und Installation notwendig, das machen die Geräte untereinander aus. Doch das Protokoll gibt auch Informationen über den eigenen Rechner preis, die ein Angreifer nutzen kann. Wer Bonjour nicht benötigt, sollte es abschalten.

Updates durchführen

Egal ob Windows, Mac oder Linux - Schwachstellen gibt es und wird es immer geben. Wichtig ist, sie sofort nach dem Bekanntwerden zu stopfen. Dazu nutzt jedes Betriebssystem und zahlreiche Anwendungen eigene Update- Mechanismen. Die eingebaute Funktion im Mac prüft einmal pro Woche auf vorhandene Updates und bietet die Installation sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt an.
1) Forrester Research: Customer Experience Index 2008 Snapshot: PC Manufacturers
2) Forrester Research: Corporate Desktop Operating System Trends, Q4 2007 Through Q2 2008



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