In Europa nutzen rund 75 Prozent der Kinder das Internet. Die meisten
Eltern sind zwar auch im Web unterwegs, aber im Unterschied zu anderen
Lebensbereichen fehlt Ihnen oft der Erfahrungsvorsprung. Gegen die
Gefahren können Sie Ihre Kinder aber trotzdem mit einfachen Mitteln
schützen.
Werbung
Handys, Spielekonsolen und Internet-Dienste: Wenn Erwachsene noch die
Beschreibung studieren oder die Lesebrille suchen, sind die Kinder schon mittendrin.
Der Nachwuchsvorteil: Kinder haben keine Angst vor Technik und legen einfach los.
Doch nur weil Ihnen Ihr 10-jähriges Kind zeigt, wie man die Fotos von einer
Digitalkamera zum Fotobuch zusammenbaut, weiß es noch lange nicht um die
Gefahren im Internet. Hier sind die Eltern gefragt, auch wenn sie keine Technik-Profis
sind.
Wer sich über Internet-Gefahren für Kinder informieren möchte, kommt an EU Kids
Online[1] nicht vorbei: Das thematische Netzwerk ist durch die EU-Kommission gefördert
und Teil des Programms "Safer Internet Plus". Es fasst europaweit Studien und
Forschungsergebnisse über die Internet-Nutzung von Kindern zusammen und zeigt
dabei Chancen und Risiken auf. Die größte Gefahr für Kinder im Internet besteht
demnach in der Herausgabe persönlicher Daten, gefolgt von der Konfrontation mit
Pornographie; die in den Medien oft thematisierten Offline-Treffen mit dubiosen Online-
Bekanntschaften treten deutlich seltener auf, stellen aber weiterhin das größte Risiko
dar. Cybermobbing dagegen ist auch auf den vorderen Plätzen der Online-Risiken zu
finden und wird wohl mit zunehmender Nutzung sozialer Netzwerke immer stärker zum
Thema.
Interessant auch in diesem Zusammenhang: Die Eltern haben bei der Internet-Nutzung
wieder aufgeholt. Wenn die Kinder ins Internet gehen, dann tun das in der Regel auch
die Eltern. Fakt ist aber, dass die Internet-Nutzer immer jünger werden. Die deutlichste
Zunahme bei Internet-Nutzern verzeichnet aktuell die Gruppe der 6- bis 10-Jährigen.
Für die Eltern heißt das, sie müssen entsprechende Maßnahmen ergreifen. Tipps dazu
gibt das „ABC für sicheres Internet“:
A...Absichern
Als Erstes, also noch bevor Ihre Kinder überhaupt ins Internet gehen, sollten Sie den
Computer absichern. Die meisten Schritte dafür unterscheiden sich nicht groß von den
Maßnahmen, die Sie auch für den eigenen Schutz im Internet ergreifen sollten: Auf den
PC gehört als wichtigste Sicherheitskomponente ein Internet-Schutzpaket, etwa
Kaspersky Internet Security. Dieser Rundum-Schutz spürt Computer-Schädlinge wie
Viren, Würmer und Trojaner auf, entdeckt Spionageprogramme und blockiert Hacker-
Angriffe mit einer Firewall. Entscheidend dabei: Das Programm besitzt eine
automatische Aktualisierungs-Funktion, sodass der Schutz immer auf dem neuesten
Stand ist.
Updates sind auch für Windows und die eingesetzten Programme wichtig. Microsoft
bietet ebenfalls einen automatischen Aktualisierungs-Dienst an, den Sie auf jeden Fall
aktivieren sollten. So landen Sicherheits-Updates automatisch auf dem PC und werden
ohne Ihr Zutun eingespielt. Außerdem ist eine Datensicherung für den kompletten
Computer empfehlenswert. Hintergrund: Sollte es zu einem Hardware-Defekt kommen,
dann erleiden Sie keinen Datenverlust und können eine aktuelle System-Sicherung auf
einem neuen Computer wieder einspielen. Windows hat schon grundlegende Backup-
Funktionen eingebaut, komfortabler geht es mit Zusatzprogrammen für Daten- und
Systemsicherungen.
Nach der Grundabsicherung des PCs sollten Sie sich über die spezifischen Gefahren
für Ihre Kinder Gedanken machen. Eine erhöhte Gefahr bei Kindern besteht etwa bei
sogenannten Drive-by Downloads. Dabei nisten sich bösartige Programme auf dem PC
schon dann ein, wenn man eine infizierte Webseite nur besucht – ohne dass überhaupt
eine Datei oder Programm heruntergeladen wird. Der Grund für die erhöhte Gefahr:
Genauso wie etwa die verbotenen Zigaretten locken, sind auch "verbotene"
Internetseiten reizvoll für Kinder. Schnell landet der Nachwuchs dann über einen Link,
der im Freundeskreis kursiert, auf einer infizierten Webseite. Der Virenschutz im
Komplettpaket immunisiert den PC aber gegen diese Schädlinge.
Behandeln Sie das Internet wie andere Medien. Wichtig ist dabei eine
Zeitbeschränkung für die Nutzung. Sie sollten dies natürlich mit Ihren Kindern
absprechen. Um auf Nummer sicher zu gehen, dass die Abmachungen auch
eingehalten werden, können sie auch eine Zeitbeschränkung einstellen. Eine
Kindersicherung in Kaspersky Internet Security erledigt das für Sie. Die
Kindersicherung können Sie auch als Zugangsbeschränkung nutzen, sodass Ihre
Kinder nur auf bestimmte Kategorien von Websites zugreifen dürfen. So können Sie
etwa verbieten, dass Webseiten mit pornographischen Inhalten überhaupt angezeigt
werden. Zudem ist es möglich, einzelne Seiten gezielt zuzulassen oder zu blockieren.
Kinder und Jugendliche nutzen das Internet vor allem zur Kommunikation mit Freunden.
Das können Chats über klassische Messenger und auch soziale Netzwerke sein. Ein
gutes Internet-Sicherheitspaket überwacht auch diese Quellen auf digitale Schädlinge.
Doch Vorsicht: So ist zwar der PC vor Schädlingen geschützt, dass Ihre Kinder aber
persönliche Daten über sich preisgeben oder mit Fremden chatten, kontrolliert die
Software nicht. Hier ist Plan-B nötig.
B...Besprechen
Kinder sind im Internet genauso gefährdet wie in der richtigen Welt. Das kann der
dubiose Fremde sein, der Kinder im Chatroom anspricht; Viel wahrscheinlicher aber
ziehen sich Kinder wie im echten Leben auch in sozialen Netzwerken gegenseitig auf
oder sie stoßen beim Surfen auf Erwachsenen-Inhalte. Wichtig ist, dass Sie diese
Gefahren verstehen und mit Ihren Kindern besprechen, denn ein Internet-Verbot ist
keine Lösung. Informieren Sie sich über aktuelle Trends im Internet und machen Sie
sich selbst ein Bild davon. Stellen Sie den PC im Wohnzimmer auf und machen Sie ihn
so zu einem Gerät für die ganze Familie. Ein eigener PC im Kinderzimmer ist für den
Anfang nicht zu empfehlen.
Stellen Sie klare Regeln auf, etwa für die Nutzung von sozialen Netzwerken wie
Facebook, Online-Einkäufe, Downloads von Musik und Videos. Kinder unter 10 Jahren
sollten nicht allein im Internet surfen dürfen. Auch bei älteren Kindern gilt: Nutzen Sie
gezielt das Internet gemeinsam mit Ihren Kindern. Wenn Ihre Kinder Chaträume
besuchen, Instant Messaging verwenden oder sich bei sozialen Netzwerken anmelden
wollen, dann reden Sie darüber und helfen Sie dabei, wenn Sie der Nutzung
zugestimmt haben. Suchen Sie passende Anmeldenamen zur Identifikation aus, achten
Sie darauf, dass dabei keine wichtigen persönlichen Informationen preisgegeben
werden; Adresse und Telefonnummer sollten absolut tabu sein.
Stellen Sie Parallelen zum Alltag her und erklären Sie Ihren Kindern, dass viele
Verhaltensweisen, die im Alltag als richtig oder falsch gelten, auch im Internet gelten.
So wird schnell klar, dass Kinder nicht mit Fremden chatten sollten oder der Tausch von
Raubkopien ebenso verboten ist. Und auch die Verhaltensregeln gegenüber anderen
sollten sich im Internet nicht ändern, nur weil die Kommunikation vor dem Computer
abläuft. Erklären Sie aber auch die Unterschiede zwischen Wirklichkeit und Internet. So
sollten Ihr Kind wissen, dass es im Web leichter möglich ist, dass sich jemand eine
falsche Identität zulegt oder dass Spam-Mail einfach durch trickreich formulierte Texte
Nutzer auf bestimmte Webseiten locken wollen. Bringen Sie Ihren Kindern bei, dass
nicht alles, was sie online lesen auch wahr ist. Ermutigen Sie Ihre Kinder, Fragen zu
stellen, wenn sie sich nicht sicher sind. Das gilt besonders für negative Erfahrungen im
Internet. Denn nach den Ergebnissen von EU Kids Online sprechen die
Heranwachsenden nur sehr selten mit Eltern über Probleme im Internet.
C...Checken
Sehen Sie die Internet-Sicherheit Ihrer Kinder nicht als einmalige Aufgabe an, sondern
bleiben Sie am Ball. Reden Sie mit Ihren Kindern über neue Web-Dienste, prüfen Sie
die Sicherheitseinstellungen des PCs regelmäßig und halten Sie auch die
Jugendschutzeinstellungen aktuell. Die nächste Herausforderung für Eltern wartet
schon, denn auch mobile Geräte wie Handys und tragbare Spielekonsolen sind
Internet-Zugangspunkte die verstärkt von Kindern genutzt werden. Mit dem Wissen,
dass Eltern den Kindern am Internet-PC mitgeben, richtet sich auch die mobile Internet-
Nutzung aus.