Am Rande der Konferenz „Modernisierung der Transport- und Energienetze in Moskau“ sprach russland.RU mit Herrn Prof. Dr. R. Lipp, Präsident der Assoziation StrassenHaus e.V, Berlin und Herrn Prof. Dr. J. Klühspies , Präsident ,The International Maglevboard e.V. über das Projekt „Maglev-Hochgeschwindigkeitsmagistrale Ost-West“.
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Prof. Lipp und Prof. Klühspies stellten diese Woche das Projekt einer Moskau-Berlin Magnetschnellbahn den Verkehrsministern von Deutschland und Russland vor, ebenso exklusiv russland.RU.
Schneller als mit dem Flugzeug, umweltschonender und effizienter soll man mit der „Maglev-Hochgeschwindigkeitsmagistrale Ost-West“ Europa mit Russland verbinden können, erklärte Prof. Klühspies russland.RU gegenüber die Vorteile dieses Projektes.
Moskau – Berlin in 3,5 Stunden
Prof. Lipp erklärte uns, dass das Konzept einer Magnetschnellbahn Moskau – Berlin ein Vorschlag der Assoziation StrassenHaus e.V. vom Juni 2010 ist. Es sieht eine durchgehende zweispurige Hochgeschwindigkeitsmagnetbahn von Moskau über Minsk und Warschau bis nach Berlin, mit einer Gesamtlänge von ca. 1.800 km und Geschwindigkeiten um 550 km/h vor. Diese Strecke können Personenzüge mit bis zu ca. 1.200 Personen oder Luftfracht-Güterzüge in Transportzeiten von ca. 3,5 Stunden bewältigen. Eine solche, leicht erweiterbare transnationale Transportverbindung ist hinsichtlich ihrer Leistungs- und
Sicherheitsdaten allen bisherigen Bahnsystemen weit überlegen. Eine solche Magistrale stellt
eine hochgradig effiziente, effektive und komfortable Transportverbindung zwischen den beiden bedeutenden Wirtschafts- und Kulturregionen Europa und Russland dar und fördert damit in intensiver Weise die wirtschaftspolitischen Beziehungen unseres Kontinentes.
Es wird von einer maximalen Entwurfsgeschwindigkeit
der Trasse von 600 km/h ausgegangen,
um ausreichend fahrdynamische Reserven
für die Zukunft zu haben und gegenüber
dem Luftverkehr konkurrenzfähige Fahrzeiten
bieten zu können. Wie viele und welche Zwischenstationen
eine optimale Streckenvariante
darstellen, wird Gegenstand der kommenden
Wirtschaftlichkeitsberechnungen sein.
Entlang der Strecke sind zunächst Zwischenstationen
in Smolensk, Minsk, Baranoviči,
Brest, Poznań, Lodz und Warschau vorgesehen,
um möglichst viele Großstadtregionen an den
neuen Korridor anzubinden.
Ferner ist vorgesehen, dass Superexpress-
Magnetschnellbahnzüge zur Verfügung stehen,
die nur in den Hauptstädten halten, als auch
Magnetschnellbahnzüge, welche zusätzlich die
relevanten Zwischenstationen an der Strecke
bedienen.
6 Millionen Fahrgäste nötig
Um eine solche Strecke ohne betriebliche
Subventionen zu betreiben, sind nach
Erfahrungen aus dem Eisenbahn-
Hochgeschwindigkeitsverkehr ca. 6 Mio.
Fahrgäste pro Jahr als untere Grenze zu
sehen. Derzeit liegt die Passagierzahl auf der
genannten Verbindung allein im Luftverkehr
noch unter 1 Mio. Passagiere pro Jahr.
Es ist
allerdings davon auszugehen, dass die Existenz
der neuen hoch attraktiven Verbindung die
Zahl der Fahrgäste enorm erhöht. Gründe
hierfür sind die Übernahme von Verkehr
zwischen Teilregionen der Strecke und die
allgemeine Zunahme des Verkehrs aufgrund
der Attraktivität der Verbindung sowie auch
aufgrund einer induzierten wirtschaftlichen
Entwicklung entlang der Strecke.
Schnelligkeit und komfortables Reisen verbinden
Ein Transrapidzug kann aus bis zu 10 Sektionen
bestehen. Dies ergibt bei Standardbestuhlung
ca. 1.200 Sitzplätze pro Zug (2. Klasse) oder
bietet alternativ bei ca. 600 bis 800 Sitzplätzen
ein weltweit unerreichbares Niveau an Reisekomfort
im Schnellverkehr. Aufgrund der
großen Fahrzeuginnenraumbreite von 3,4 m
sind grundsätzlich sehr luxuriöse Innenraumgestaltungen
möglich. Anschnallen wird in
keinem Fall nötig, die Fahrgäste können
sich völlig ungehindert und frei im Fahrzeug
bewegen. Die Einführung von Bordrestaurants
/ Lounges ist möglich.
Unter der Annahme einer betrieblich sinnvollen
Zugfolgezeit von 120 Minuten für die Superexpresszüge
und 60 Minuten für die Expresszüge
ergibt sich bei 20 Stunden Betriebszeit pro
Tag eine Kapazität für beide Richtungen von
maximal rund 29 Mio. Fahrgästen pro Jahr.
Technisch erlaubt das System eine geringste
Zugfolgezeit von 5 Minuten (!), wodurch die
maximale Kapazität theoretisch bei über 200
Mio. Fahrgästen pro Jahr liegen könnte. Damit
ist auch für weitere Nachfragesteigerungen
ausreichend Kapazität vorhanden, erklärten uns Prof. Lipp und Prof. Klühspies.
„Das ist ein Projekt, welches sich auf Grund der hohen Investitionssumme, nicht in ein paar Jahren amortisiert, hier müssen Investoren in Jahrzehnten denken, aber ich denke, das ist es Wert“, so Prof. Klühspies abschließend.
[ russland.RU ] Fotos: Assoziation StrassenHaus e.V
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