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27-10-2008 Schlagzeilen
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Weltfinanzkrise und Russland: Zentralbank hat Mittel Rubel-Schwankungen zu verhindern |
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Jegliche Behauptungen von baldigem Absturz des Rubelkurses nannte der Erste Vizepremier und Vorsitzende des unlängst gebildeten Rates für Entwicklung des Finanzmarktes, Igor Schuwalow "unbegründete Gerüchte". "Man sollte begreifen, dass die Bank Russlands über alle erforderlichen Instrumente und Geldmittel verfügt, um scharfe Schwankungen des Rubels sowohl nach unten als auch nach oben zu verhindern", versicherte Schuwalow.
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"Noch mehr als das: es gibt einen Sonderkorridor, in dessen Grenzen sie wirken."
"Die Regierung und die Bank Russlands haben Verständnis dafür, dass heftige Schwankungen der Nationalwährung schädlich wären und keineswegs zugelassen werden dürfen. Deshalb sind das alles nur schadende Gerüchte", so der Vizepremier. Zugleich beteuerte er, dass internationale Spekulanten Russlands Finanz- und Bankensystem nicht destabilisieren können.
"Manche internationale Spekulanten unternehmen ab und zu Handlungen entweder gegen den US-Dollar oder den Britischen Pfund ... Wir haben solche Handlungen aufmerksam verfolgt. Aber wir gehen davon aus, dass unser Finanzsystem mit solchen Handlungen nicht ins Wackeln gebracht werden kann. Wir sind stark genug, um alle sozialen Verpflichtungen zu erfüllen. Nach einer von uns geplanten leichten Korrektur wird das russische Bankensystem reibungslos funktionieren", versicherte Schuwalow.
Alle Probleme, mit denen die Bevölkerung und Unternehmen in letzter Zeit bei Erhalt von Krediten konfrontiert seien, würden bald gelöst. "Das sind Schwierigkeiten, die auf uns zukommen. Aber wir wissen, wie wir diese Schwierigkeiten zu überwinden haben", sagte der Vizeregierungschef.
Inflationsrate wird Ende 2008 bei 13 Prozent liegen
Die Inflationsrate in Russland wird am Ende des Jahres bei 13 Prozent liegen, so der erste Vizevorsitzender der Zentralbank Russlands, Alexej Uljukajew, am Samstag in einem Interview für den Rundfunksender "Echo Moskaus".
Nach seinen Worten "verlangsamt sich das Inflationstempo wesentlich gegenüber dem Vorjahr." Damals habe der Inflationsanstieg im Oktober 1,5 Prozent ausgemacht. Zurzeit belaufe sich diese Zahl auf "weniger als ein Prozent", so der Zentralbank-Vizechef.
Er stellte fest, dass es "zu einer bestimmten Kredit-Verdichtung, zum Rückgang von Geldwerten, der Geldbasis und der Geldmasse gekommen" sei.
"Nach diesen Kennziffern liegen wir unter der Prognose. Es sieht so aus, dass wenn wir die Prognose erfüllen, dann sind die Chancen für den wesentlichen Inflationsrückgang im kommenden Jahr groß", so Uljukajew.
Bezüglich der möglichen Deflation unter den Krisenbedingungen sagte er, es gebe keine solche Gefahr für Russland. "Möglich ist der Preisrückgang für Brennstoff, Benzin, Metallerzeugnisse, Ziegelstein, Platten und bereits gebaute Wohnhäuser. Was den Verbrauchermarkt angeht, so kann dieser Einfluss nicht so stark sein, dass es zur Deflation kommt", stellte der hochrangige Beamte fest.
Zentralbank meldet geringfügigen Kapitalzufluss in Russland
Die russische Zentralbank rechnet mit einer Zunahme von Privateinlagen zum Jahresende.
"Allerdings wird sich der Zufluss gegenüber dem Vorjahr etwa um die Hälfte verringern", sagte Vizezentralbankchef Alexej Uljukajew am Samstag im Radiosender Echo Moskwy. Ein Abfluss sei nur in der dritten September- und der zweiten Oktober-Woche registriert worden. Dann habe sich die Situation etwas stabilisiert.
In den letzten sechs bis sieben Jahren ging die Zahl der auf US-Dollar lautenden Konten deutlich zugunsten der Rubel-Konten zurück. Aber angesichts der Finanzkrise wollten immer mehr Bürger ihre Ersparnisse retten, indem sie das Geld in Frmedwährungen, vor allem in den US-Dollar anlegten, sagen Analysten. In der Vorwoche wurde deshalb eine erhöhte Nachfrage nach US-Devise und europäischen Währungen registriert. Mehrere Bürger haben Angst vor Gerüchen über eine bevorstehende Abwertung des Rubel und kaufen deshalb aktiv Devisen.
Der Netto-Zufluss von ausländischem Privatkapital in Russland hat zwischen Januar und Ende September dieses Jahres bei etwa 800 Millionen US-Dollar gelegen. "Es handelt sich um eine vorläufige Zahl, die noch zu präzisieren ist. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich der Zufluss und der Abfluss von Kapital in einem Monat ausgleichen werden", sagte Alexej Uljukajew.
Im August lag der Kapitalabfluss aus Russland Uljukajew zufolge bei 7,0 Milliarden und im September bei 25 Milliarden Dollar. Im Oktober soll der Abfluss etwas geringer sein als im September. Vor der Finanzkrise war die russische Regierung von einem Kapitalzufluss in Russland 2008 in Höhe von rund 40 Milliarden Dollar ausgegangen. Laut der jüngsten Prognose rechnet das Kabinett jetzt mit einem Netto-Abfluss für dieses Jahr von knapp 20 Milliarden Dollar.
Uljukajew bekräftigte ein weiteres Mal die fehlenden Pläne der Regierung, den Rubel stark abwerten zu lassen. "Die Devalvierung wird von den meisten Bürgern so verstanden, dass der Wechselkurs der heimischen Währung drastisch gesenkt wird.
Aber ich sehe keinen Grund für solche Schritte."
Der Bankier sagte ferner, dass die stabile Zahlungsbilanz Russlands zu Gunsten einer ruhigen Kurspolitik spricht.
Russland habe eine große Währungsreserve und gute ökonomischen Eckwerte, so Uljukajew.
Zentralbank nimmt Devisenoperationen von Banken unter Kontrolle
Die russische Zentralbank hat alle Devisenoperationen der heimischen Geschäftsbanken unter Sonderkontrolle gestellt. Ziel sei, Angaben über den Abfluss von Kapital aus dem Land zu erhalten. "Wir sind über den zunehmenden Umfang solcher Transaktionen besorgt."
Uljukajew sagte ferner, dass Banken die kontinuierlich steigenden Summen von auf Devisen lautenden Einlagen kurzfristig auf Depositen im Ausland platzieren. Das sei einer der Gründe für den Kapitalabfluss aus Russland.
Regierung hat keine Pläne zu Nationalisierung des Bankensystems
Die russische Regierung, die beachtliche Mittel für die Unterstützung des Bankensystems bereitstellt, hat keine Pläne zu dessen Nationalisierung, erklärte Russlands Vizefinanzminister Dmitri Pankin am Samstag im russischen Fernsehen. "Die Erhöhung der Marktkapitalisierung von Banken soll das Vertrauen wiederherstellen und zur Lösung des Problems zu hoher Kreditsätze auf dem Interbankenmarkt beitragen ... Unsere Aufgabe besteht jetzt darin, das Bankensystem stabiler zu machen. Von einer Nationalisierung ist keine Rede."
Pankin erinnerte daran, dass der Staat heimischen Geschäftsbanken bereits Milliardenkredite zu einem Zins von acht Prozent p.a. gewährt hatte, kritisierte zugleich, dass die Banken dieses Geld weiter zu einem Zins von 25 Prozent p.a. zur Verfügung stellen. "Das ist ein Problem des Vertrauens ... In erster Linie müssen wir die Marktkapitalisierung von Banken erhöhen. Wenn das Kapital höher ist, werden die Banken mehr Vertrauen zu einander haben. Dann werden auch die Kreditsätze sinken", sagte Pankin.
Staat wird für niedrige Kreditsätze im Interbankengeschäft sorgen
Der Staat wird hart kontrollieren, dass Geschäftsbanken Kreditsätze im Interbankenhandel nicht zu drastisch erhöhen, so Vizeregierungschef Igor Schuwalow am Samstag in Moskau. "Alle diesbezüglichen Beschlüsse sind bereits gefasst.
Wir werden dafür sorgen, dass die Kreditsätze adäquat bleiben", versicherte er.
In letzter Zeit hatten mehrere russische Geschäftsbanken die Kreditsätze unbegründet erhöht. Medienberichten zufolge werden die Zinsen auch für die bereits gewährten Kredite heraufgesetzt.
Der Staat wird Schuwalow zufolge auch die Nutzung von Mitteln kontrollieren, die Geschäftsbanken in Form von Krediten zur Finanzierung des realen Sektors der Wirtschaft gewährt worden waren. "Hier werden das Kabinett und die Zentralbank überaus hart vorgehen", sagte der Vizeregierungschef.
Notierungen russischer Aktien entsprechen nicht dem Stand der Wirtschaft
Börsennotierungen russischer Aktien entsprechen nicht deren realem Wert und dem gegenwärtigen Stand der Wirtschaft in Russland.
Schuwalow wies auf extrem geringe Umsätze im russischen Börsenhandel sowie auf eine sehr niedrige Zahl der Käufer und Verkäufer hin. "Wir können heute feststellen, dass der gegenwärtige Aktienpreis russischer Unternehmen nichts mit deren realem Wert zu tun hat ... Das, was sich jetzt auf Effektenmärkten in Russland und der übrigen Welt tut, zeugt davon, dass das gegenwärtige Finanzsystem den Realitäten keine Rechnung trägt. Rosneft und einige andere russische Unternehmen arbeiten mit hohem Gewinn, entwickeln sich stabil und sind von (internationalen Agenturen) hoch bewertet", sagte Schuwalow.
Er rief die Akteure auf dem Markt zu Ruhe und Ausdauer auf. "Ich denke, dass es jetzt darauf ankommt zu verstehen, dass sich die Indizes bald stabilisieren und dann wieder steigen werden ... Die Inhaber von Aktien haben keinen Grund für Sorgen. Die schlimmste Lösung wäre jetzt, die Aktien abzustoßen, weil massive Verkäufe die Titel weiter nach unten drücken. Das würde keinem einzigen Aktienbesitzer zugute kommen", sagte der Vizeregierungschef.
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