Russlands Normalzeit ist vorbei – Sommerzeit hat angefangen, zum letzten Mal?
Wenn sie Montag morgen nicht im Stau stehen, wissen Sie, daß Sie in die falsche Richtung gedreht haben. (Harald Schmidt)
In Moskau scheint sich der Frühling anzukündigen. Die Temperaturen werden täglich milder, auch wenn es immer noch Nachtfröste gibt. Die Sonne lädt bereits zu Spaziergängen ein. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde dann auch wieder die Zeitumstellung auf Sommerzeit vollzogen.
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Dabei wurde die Uhr um 1 Stunde auf 3 Uhr vorgestellt.
Vom Sonntag den 25.10.2009 dauerte die Winterzeit ( Normalzeit ).
Die nächste Winterzeit ( Normalzeit ) beginnt am 31.10.2010
Die Regeln für die Zeitumstellung
Für die Sommerzeit gilt: Die Zeitumstellung findet am letzten Sonntag im März statt. Dabei wird um 2:00 Uhr die Uhr um eine Stunde vorgestellt. Das bedeutet : "Die Nacht ist eine Stunde kürzer".
Für die Winterzeit (Normalzeit) gilt: Die Zeitumstellung findet am letzten Sonntag im Oktober statt. Um 3:00 Uhr wird die Uhr um eine Stunde zurückgestellt. Das bedeutet : "Die Nacht ist eine Stunde länger".
Kreml-Uhr wird per Hand auf Winterzeit umgestellt
Die Zeiger der „Hauptuhr“ Russlands, ein mechanisches Uhrwerk mit Gewichtsantrieb, wird manuell eingestellt. Die Prozedur nimmt rund eine halbe Stunde in Anspruch. Einem Sprecher zufolge befindet sich die Spieluhr am Spasski-Turm dank ständiger Wartung im normalen Arbeitszustand.
„Und die Umstellungen auf Winter- bzw. Sommerzeit wirken sich weder auf die Genauigkeit noch auf die Arbeit der Uhrmechanismen selbst aus.“ Die "Hauptuhr" Russlands hat ein mechanisches Uhrwerk mit Gewichtsantrieb und ein Glockenspiel.
Die Zeitumstellung bringt den Russen eine Einsparung von Mitteln
Jährlich sparen die Russen im Durchschnitt 2 Milliarden Rubel an Ausgaben für Elektroenergie, erklärte Hauptdispatcher Alexander Bondarenko. Nach seinen Angaben entsteht der größte Einsparungseffekt hinsichtlich des Energieverbrauchs und der Energiekosten bei der Umstellung auf die Sommerzeit.
Bondarenko meint, dass beim Übergang auf die Sommerzeit jährlich ungefähr 2 Milliarden Kilowatt-Stunden an Elektroenergie eingespart werden. Eingespart werden ferner 1,5 Millionen Tonnen Kohle, die für die Stromerzeugung dieser Größenordnung notwendig wären. Außerdem treten 50.000 Einheiten an Schadstoffen weniger in die Atmosphäre aus. Diese entstehen bei der Verbrennung von Kohle, wodurch sich im Boden 400 Tonnen weniger Ascheschlacke absetzen.
Hintergrund
Die Sommerzeit ist die um eine gewisse Zeitspanne, üblicherweise eine Stunde, vorgestellte Uhrzeit einer Zeitzone während eines Teils des Jahres. Eingeführt wurde die Zeitumstellung erstmals 1916 in Irland. Die Bezeichnung, die man dort für die Zeitumstellung fand, beschreibt auch bereits den Zweck, nämlich das Optimum an nutzbarem Tageslicht zu gewinnen: „Daylight Saving Time“
Den Terminus Winterzeit, der vereinzelt in der Umgangssprache verwendet wird, gibt es offiziell nicht, da es sich dabei um die lokale Ortszeit („Normalzeit“ oder „Echtzeit“) handelt. Nur die Sommerzeit stellt mit ihrer Verschiebung zur normalen Zeit eine Besonderheit dar und wird als solche bezeichnet.
Bondarenko erinnerte daran, dass Russland 1981 beschloss, die Sommerzeit einzuführen, nachdem die europäischen Länder sich schon 1978 dafür entschieden hatten. Gegenwärtig wird die Zeit jährlich in 110 Ländern der Erde umgestellt, also praktisch in ganz Europa. In jedem einzeln genommenen Land gibt es Einsparungen von ungefähr 2 Prozent des Jahresverbrauchs an Elektroenergie.
Bondarenko teilte ferner mit, dass in Russland experimentiert wurde, ob auf die Sommerzeit verzichtet werden sollte. Diese Experimente fanden im Jahr 1991 statt.
"Die Abschaffung der Sommerzeit erhöhte jedoch sofort die Belastung der Energiewirtschaft, und auch im Alltagsleben waren erhöhte Belastungen zu verspüren. Letztendlich verschärfte sich die Lage derart, dass die Aufhebung der Sommerzeit per Verordnung vom 19. Januar 1992 rückgängig gemacht wurde", berichtete Bondarenko.
Viktor Sotow, Dozent an der biologischen Fakultät der Moskauer Universität und Fachmann für Biorhythmus, sagte: "Vielfältige Forschungen beweisen, dass unsere biologische Uhr 25 Stunden hat. Eine Stunde täglich fehlt uns also immer. Und vor diesem Hintergrund ist der Unterschied von einer Stunde, den wir jedes Jahr durchlaufen, praktisch nicht zu verspüren.
"Wenn Ihnen nicht gesagt werden würde, dass die Zeit umgestellt wird, dann würden Sie das überhaupt nicht merken", sagte Sotow. Er fügte hinzu, dass gemäß verschiedenen medizinischen Studien beim Übergang zur Sommerzeit kein ernsthafter Schaden entsteht, sodass der menschliche Organismus keine Probleme hat.
Russland will Sommerzeit abschaffen
Die Staatsduma-Abgeordneten wollen im nächsten Jahr den Wechsel von der Winterzeit (Normalzeit) zur Sommerzeit abschaffen und die Anzahl der Zeitzonen auf dem russischen Territorium verringern.
Wie der Vorsitzende des Duma-Ausschusses für Wirtschaftspolitik, Jewgeni Fjodorow, (Einheitliches Russland) sagte, bereitet die Regierung derzeit gemeinsam mit den Abgeordneten ein einheitliches Paket von Gesetzentwürfen über den Übergang zu neuen Zeitstandards vor. Der Dokumentwurf könne "schon in ein Paar Monaten" erörtert werden. "Wir können auf der jetzigen Tagung bis Ende Juni in erster Lesung die entsprechenden Gesetzentwürfe annehmen und das Gesetz selbst soll im nächsten Jahr in Kraft treten", sagte Fjodorow.
Das Hauptproblem bestehe darin, dass das Abschaffen der Umstellung von der
Winter- auf die Sommerzeit mit der Verringerung der Zahl der Zeitgürtel von elf auf sechs verknüpft werde, sagte der Ausschussvorsitzende. Nach seiner Meinung lässt sich diese Reform nur im Rahmen eines Dokumentenpakets durchführen.
[ russland.RU ]